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Marschbefehl von Gabriel

 

In Zeiten teurer Energie

kann man mit etwas Fantasie

schon ziemlich lohnenswerte Sachen

im Hinblick auf Ersparnis machen.

 

Weil Weltnachrichten nur noch stören,

braucht man sie auch nicht mehr zu hören.

Dafür hab ich an beiden Ohren

jetzt echte Sonnenkollektoren.

 

Die bringen, wenn es Sonne hat,

pro Stunde siebzehn Megawatt,

die über Kabel zu den Waden

zwei implantierte Akkus laden.

 

Der Kriechstrom, der dabei entsteht,

bewirkt, dass man von selber geht.

Das heißt, es kommt durch Fersenzucken

zu einer Art von Vorwärtsrucken.

 

Dazu hab ich für schlechtes Wetter

Rotoren um die Schulterblätter.

So kann ich mich durch Beidarmkreisen

sogar ins eon-Netz einspeisen.

 

Für wind- und sonnenlose Tage

springt dann die Biogasanlage

in isolierter Unterwäsche

als Spritreserve in die Bresche.

 

Jetzt fehlt nur noch der Marschbefehl

vom Strompapst Siegmar Gabriel.

 

 

Reinhard Umbach

(aus TAZ vom 3. August 2006)


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